FC Rafzerfeld will 4,7 Millionen Franken für Kunstrasen und neues Clubhaus

Im Rafzerfeld wird über ein Megaprojekt diskutiert. Der Fussballclub plant für über 6 Millionen Franken Kunstrasenplätze und ein neues Clubhaus. Ein Grossteil davon soll mit Steuergeld bezahlt werden.

Manuel Navarro

Publiziert: 18.01.2026, 06:00

 

 

Bisher existiert es nur als Visualisierung: Das neue Clubhaus des FC Rafzerfeld, inklusive grossem Kunstrasenfeld.

Visualisierung: PD

In Kürze:

  • Der FC Rafzerfeld plant einen 6,3-Millionen-Neubau mit Kunstrasenfeld und neuem Clubhaus in Hüntwangen.
  • Fünf Gemeinden sollen zusammen knapp 4,7 Millionen Franken zum Sportanlagenprojekt beisteuern.
  • Der Verein begründet den Ausbau mit Platzmangel, Wartelisten und unzureichender Infrastruktur, insbesondere für die Mädchenabteilung.
  • Die Gemeindebehörden lehnen die Initiativen ab und erwägen stattdessen einen Gegenvorschlag.

Es war eine durchorganisierte Aktion. In fünf Gemeinden des Rafzerfelds wurden im Herbst 2025 Einzelinitiativen eingereicht. Die Inhalte: quasi identisch. Nur einige Zahlen sowie die Gemeindenamen wurden jeweils angepasst. Das Ziel war jedoch in Eglisau, Hüntwangen, Rafz, Wasterkingen und Wil das gleiche. Die Gemeinden sollten sich mit unterschiedlichen Investitionsbeiträgen am Neubau der Sportanlage des Fussballclubs Rafzerfeld beteiligen.

Drei Plätze und ein Clubhaus

Beim Projekt geht es nicht um eine kleinere Sanierung oder um den Bau von ein paar zusätzlichen Duschkabinen, sondern um ein für die Region verhältnismässig grosses Bauvorhaben. Der FC Rafzerfeld möchte in Hüntwangen ein genormtes Kunstrasenfeld mit einer Grösse von 106 auf 70 Meter anstelle des bisherigen Fussballplatzes erstellen. Zudem sollen zwei kleinere Kunstrasenfelder von je 30 auf 15 Meter Grösse gebaut werden. Ausserdem will der Verein ein neues Clubhaus mit acht Garderoben und Duschen errichten lassen. Schliesslich will man auch den Naturrasenplatz Eichen erneuern und ihn künftig beleuchten.

Voraussichtlich würde das insgesamt rund 6,3 Millionen Franken kosten. Die Schätzungen gehen dabei von einer Genauigkeit von plus oder minus 20 Prozent aus, wodurch die Kosten im Extremfall auf über 7,9 Millionen Franken klettern würden.

Es braucht Garderoben für die Mädchen

Um das Projekt zu finanzieren, stellt sich der Verein eine Beteiligung der Gemeinden vor. Eglisau soll etwas über 1,9 Millionen Franken einschiessen, Rafz rund 1,6 Millionen Franken. Wil soll sich mit rund 500’000 Franken beteiligen, Hüntwangen mit 375’000 und Wasterkingen mit 235’000 Franken. Insgesamt würde so ein Betrag von knapp 4,7 Millionen Franken zusammenkommen. Weitere rund 1,6 Millionen Franken will der Club durch Eigenmittel, Eigenleistung, Sponsoren sowie durch einen Beitrag des Zürcher Kantonalverbands finanzieren.

Der Fussballclub begründet die Initiativen mit dem dringlichen Bedarf für das Projekt. «Das Einzugsgebiet des Clubs umfasst neben den fünf Rafzerfelder Gemeinden auch Flaach, Buchberg und Rüdlingen – eine Region mit über 15’000 Einwohnerinnen und Einwohnern», schreibt Projektleiter Daniel Morf in einer Pressemitteilung.

Der Verein zählt derzeit 450 Mitglieder. 2016 wurde eine Mädchenabteilung eingeführt, die inzwischen rund 100 Juniorinnen zählt. Nun sei man in Bezug auf das Wachstum am Limit. Der Boom im Frauenfussball und das prognostizierte Bevölkerungswachstum würden den Bedarf zudem weiter ansteigen lassen. «Die begrenzten Infrastrukturen an unseren Standorten und der Mangel an Garderoben für unsere Mädchenabteilung erschweren den Trainings- und Spielbetrieb erheblich.» Zeitweise würden bis zu 100 Kinder und Jugendliche auf der Warteliste stehen, da die Platzkapazitäten ausgeschöpft seien.

Projekt würde Kapazität vervierfachen

Die heutigen Naturrasenplätze seien stark sanierungsbedürftig und verfügten über keine professionellen Drainagen, was sie über Monate unbespielbar mache. Viele Trainings würden deshalb ausfallen, viele Spiele müssten verschoben werden. Mit den geplanten Bauten käme man auf künftig bis zu 4000 Nutzungsstunden pro Jahr. Das entspreche einer Vervierfachung gegenüber der heutigen Kapazität.

Auf der Projekt-Website führt der Club weiter aus, weshalb man den Kunstrasen für unbedingt nötig erachtet.

Gemeinden erwägen Gegenvorschlag

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, inwiefern die Bevölkerung das Projekt unterstützt, das einiges an Steuergeldern beanspruchen würde. Zum Showdown kommt es im Sommer. In Rafz wird an der Gemeindeversammlung am 15. Juni darüber abgestimmt, in Hüntwangen und Wil am 17. Juni, in Wasterkingen am 18. Juni. In Eglisau ist eine Urnenabstimmung nötig. Diese wird am 14. Juni durchgeführt.

Die Behörden der fünf Gemeinden haben bereits mitgeteilt, dass sie die Initiativen ablehnen. Sie erwägen aber zurzeit, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Wie dieser aussehen soll, ist derzeit noch nicht bekannt. Gemäss Daniel Morf vom FC Rafzerfeld würde der Verein es aber durchaus begrüssen, wenn die Behörden einen eigenen Vorschlag für das Projekt präsentierten.

 

tagesanzeiger.ch

 

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