Stellungnahme des FC Rafzerfeld zu den Aussagen Gemeinde Rafz - Manfred Hohl im ZU vom 18.2.26

 

Wir möchten hier einige Aussagen aus dem obigen Artikel aufgreifen und wie folgt darauf antworten:

 

A) „Projekt zu teuer / Gemeinden können das nicht stemmen.“

  • Der Verein hat 2023/24 eine Standort-Evaluation gemacht und die Resultate transparent mit den Gemeinden geteilt. Beim Treffen mit Rafz am 16.11. hatte Rafz keine Optionen für einen Bau in Rafz – damit war der zentrale „kostensparende Standort“-Pfad faktisch nicht verfügbar.
  • Die Gemeinden hatten zwei Jahre Zeit, einen eigenen tragfähigen Vorschlag einzubringen – es kam kein antragsfähiges Alternativprojekt.
  • Hohe Kosten sind genau der Grund, warum der Verein seit zwei Jahren eine Trägerschaft aller Dörfer fordert: Kosten fair verteilen, Governance sauber lösen.

Der FC Rafzerfeld betrachtet Kosten als das was sie sind – nämlich ein ernstes Thema.

Genau deshalb haben wir früh eine gemeinsame Trägerschaft und eine faire Lösung gefordert. Ein konkreter Gegenvorschlag kam trotz langer Projektzeit leider nicht. Wir werden nicht abstreiten, dass die Kosten hoch sind. Und dennoch – setzt man die Kosten des Projekts pro einzelne Gemeinde ins Verhältnis zu anderen Projekten, sind die Kosten plötzlich nicht mehr so gewaltig.

Kosten des Kunstrasenprojektes pro Gemeinde (d.h. angefragte Summe in den Initiativen).

Rafz –                                                         CHF 1'643'000.00

Eglisau –                                                    CHF 1'924'000.00

Hüntwangen –                                         CHF    375'000.00

Wil ZH –                                                     CHF    516'000.00

Wasterkingen –                                       CHF   235'000.00

 

Im Vergleich haben wir unten Kosten von anderen Projekten aufgeführt, welche die Gemeinden stemmen mussten resp. müssen.

Eglisau:

Vorberatende Gemeindeversammlung am 17. März 2022 – Baukredit Sekundarschulhaus Schlafapfelbaum mit Doppelturnhalle Typ B   --- Antrag Baukredit - 27.02 Millionen

Hüntwangen:

Die Gemeinde Hüntwangen plant den Bau einer neuen Asylunterkunft (Modulbau) beim Schützenhaus für 18 bis 21 Personen, wofür ein Baukredit von rund 1,3 Millionen Franken beantragt wird (2026).

B) „Folgekosten/Unterhalt/Sanierungen unklar – wer zahlt in 10/20 Jahren?“

  • Der FC Rafzerfeld trägt den Unterhalt seit 1994 selbst. Das ist nicht Theorie, sondern gelebte Praxis seit über 30 Jahren.
  • An der 1. Gemeindepräsidentenkonferenz am 12.06.2024 hat der Verein eine detaillierte Aufstellung der Unterhalts- und Sanierungskosten (inkl. Betrachtung nach 10 Jahren) präsentiert. Laut der Darstellung der Gemeinden im Artikel wurde diese damals nicht beachtet – damit ist der Vorwurf „keine Perspektive“ sachlich nicht haltbar.

Der FC Rafzerfeld hat den Unterhalt seit 1994 selber getragen und die Kosten-/ Sanierungsplanung bereits 2024 detailliert präsentiert. Die Perspektive war da – sie wurde politisch nicht aufgenommen.

Ausführlich nochmals festgehalten. Der jährliche Unterhalt der Anlage wird der FC Rafzerfeld weiterhin selber stemmen. Dafür werden auch die Mitgliederbeiträge erhöht. Für die Sanierungen in 15 – 30 Jahren wird der Verein aber wieder bei den Gemeinden anklopfen müssen. Solche Kosten kann kein Verein stemmen. Sollten die Gemeinden sich in der Zukunft auf eine gemeinsame Trägerschaft einigen können und die Anlage übernehmen, ist der FC Rafzerfeld noch so froh darüber.

 

 

C) „Bestehende Infrastruktur in Rafz wurde nicht genügend berücksichtigt.“

  • Die bestehende Infrastruktur in Rafz wurde in der Bedarfsanalyse explizit miteinbezogen.
  • Zusätzlich bezahlt der Club für die Nutzung der Infrastruktur in Rafz jährlich einen fast fünfstelligen Betrag an die Gemeinde Rafz.
  • Damit ist die Aussage, Rafz finanziere „mehrheitlich allein“ und das Konzept habe Beiträge nicht einkalkuliert, in dieser Pauschalität nicht korrekt bzw. unvollständig.

Rafz wird berücksichtigt – in der Analyse und finanziell über die jährlichen Beiträge. Wer sagt, das sei nicht einkalkuliert, blendet Fakten aus.

 

 

D) „Etappierung wurde vorgeschlagen, Verein lehnte ab.“

  • Gemäss unseren Unterlagen haben die Gemeinden zu keiner Zeit eine konkrete Etappierung vorgeschlagen. Es gab keinen Umsetzungsrahmen, keinen Etappenplan, keine Kostentabellen, keinen Terminplan – also nichts, worauf man seriös hätte reagieren können.
  • Gleichzeitig wurde von uns an der 2. Gemeindepräsidentenkonferenz am 26.03.2025 klar kommuniziert, dass mangels konstruktivem Dialog der Weg über Initiativen nötig wird.

Etappierung wurde nie als umsetzbarer Vorschlag geliefert. Ohne konkrete Etappen, Zahlen und Rahmen ist das eine nachträgliche Behauptung, nicht echte Projektarbeit.

 

E) „Externe Projektleitung wurde angeboten – aber Verein wollte nicht.“

  • Der Vorschlag „externe Leitung“ kam erst im November 2025 – also sehr spät.
  • Der Vorschlag war an die Bedingung geknüpft, die Initiativen zurückzuziehen, ohne einen konkreten Umsetzungsrahmen (Scope, Zeitplan, Budget, Zuständigkeiten, Governance) vorzulegen.
  • Das wäre ein Blankoscheck gewesen: Initiative weg, aber keine verbindliche Alternative.

Wir sind für professionelle Projektführung – aber nicht für ein spätes Angebot ohne Rahmen, das nur den Rückzug der Initiativen verlangt. Vertrauen braucht Verbindlichkeit.

 

F) „Zeit zu knapp für Gegenvorschlag (Fristen April 2026) + Wahlen 2026.“

  • Der Verein hat die Gemeinden bereits 2023/24 mit Standort-Evaluation eingebunden und seit 2024 das Projekt vorgestellt. Die Zeit war nicht knapp – sie wurde nur nicht genutzt.
  • Spätestens am 26.03.2025 wurde kommuniziert, dass ohne Dialog der Initiativweg kommt – das war ein Frühwarnsignal mit fast einem Jahr Vorlauf bis April 2026.
  • Wahlen sind ein wiederkehrender Zyklus; sie können nicht als generelles Argument dienen, ein grosses Thema grundsätzlich zu vertagen.

Zeitknappheit entstand nicht durch das Projekt, sondern durch fehlende aktive Bearbeitung. Zwei Jahre Dialogfenster wurden nicht in eine Lösung überführt. Das unser Kunstrasenprojekt ungelegen kommt wissen wir. Leider können wir unseren Bedarf an einer neuen Infrastruktur nicht wegzaubern und sind für unsere Jugend, unseren Nachwuchs jetzt und heute auf eine Lösung angewiesen. Deshalb JA für unser Kunstrasenprojekt. Für die Jugend des Rafzerfeld.